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June 7th, 2006

Tour de Luxembourg H.C.

Posted by Rucki in Radsport

Um alles, was bei dieser rundfahrt der höchsten uci kategorie unter der pro tour passiert ist zu erzählen, reicht mein web space auf meiner hp wahrscheinlich gar nicht aus. Begonnen hat die rundfahrt besser als wir es uns je erträumt haben: Bei dem sehr schweren, 2,7 km langen prolog in luxemburg stadt, mit einer 500m langen 22% steilen pavewand wurde starzi hinter kim kirchen und lazlo bodrogi und noch vor juan antonio flecha sensationeller dritter und auch ich konnte mit dem 14. platz, zeitgleich mit fränk schleck, überzeugen. Auch tommy verlor nur wenige sekunden und sicherte sich eine optimale ausgangsposition für die gesamtwertung. Wir waren also so richtig happy mit unserer leistung und voll motiviert und überzeugt, dass wir bei dieser rundfahrt noch ganz groß auftrumpfen würden. Da der prolog erst um 21 uhr aus war und wir ganz im norden von luxemburg wohnten, waren wir erst um 23 uhr in unserem hotel in vianden und fielen erst um 1 uhr morgens nach dem abendessen und der massage totmüde aber glücklich ins bett. Den wecker stellten wir uns erst für 9 uhr, denn der start zur ersten etappe war erst um 13uhr nachmittags, also genug zeit um richtig auszuschlafen. Doch kurz nach 8 uhr wurden wolfgang und ich durch heftiges klopfen und geschrei von tommy geweckt! ,,Was will der denn von uns“, dachte ich noch, als ich verärgert die tür öffnete. ,, Unsere räder sind weg, unsere räder sind weg!!!“ Zuerst dachte ich noch es sei ein scherz, doch es war ernst: unser materialbus wurde in der nacht aufgebrochen und völlig ausgeräumt. 7 rennräder, 4 ersatzräder, zeitfahrräder, laufräder, xentis, zipp, fsa carbon zeitfahrlenker, alles weg! Besonders arg: starzi und ich bekamen direkt vor der rundfahrt neue simplon rahmen, die der mechaniker in der nacht davor montierte. Unsere räder waren somit ganze 2,7km alt!! Am schlimmsten war für uns aber nicht der materielle schaden, sondern die chance die uns von diesen riesen a…löchern gestohlen wurde. Da bereitet man sich monatelang auf diese rundfahrt vor, und dann kommen solche feigen schw…. und alles ist aus. Wenn sie alles am letzten tag klauen, wäre es nur halb so schlimm für uns. Daraufhin wollten wir bereits abreisen , doch der veranstalter überredete uns, mit von ihm zur verfügung gestellten rädern weiterzufahren. Ich bekam ein ca. 11kg schweres, zu kleines pinerello und auch der rest der mannschaft wurde eher schlecht als recht mit ersatzrädern ausgestattet. Trotzdem ein riesen lob an den veranstalter, den innerhalb einer stunde 7 rennfähige, halbwegs passende räder zu finden ist wahrlich nicht leicht und es ermöglichte uns, die nächsten 2 tage bis unsere neuen simplon räder eintrafen am rennen teilzunehmen. Verwunderlicherweise verbesserte ich mich auf dieser schweren, von regen und kälte begleiteten etappe sogar auf den 9. gesamtrang und am abend hoffte ich bereits, dass ich auch noch den nächsten tag unter den top ten überleben würde um dann auf meinem neuen rad wieder angreifen zu können. Doch bereits beim aufstehen merkte ich, dass die veränderte position meinen muskeln und sehnen ziemlich zugesetzt hatte, und ich wohl nur noch ums sportliche überleben würde kämpfen können. So war es dann auch, ich verlor meinen 9. gesamtrang und auch der wechsel auf mein neues simplon auf der 3. etappe rettete mich nicht mehr. Ich beendete die rundfahrt im mittelfeld und beschränkte mich auf der letzten etappe darauf meinem teamkollegen rohregger tommy zu helfen das bergtrikot zu verteidigen. Er war der einzige, dem der wechsel auf das ersatzrad absolut nichts machte und eroberte in sensationeller weise das heiß umkämpfte bergtrikot. Somit war diese rundfahrt die erfolgreichste, abenteuerreichste aber auch frustrierenste rundfahrt des jahres, aber wir haben wieder einmal bewiesen, dass wir bereit sind zu kämpfen, was uns auch in zukunft sicher zugute kommen wird. Und irgendwann werde auch ich heuer mal das nötige glück haben um einen schönen internationalen erfolg zu feiern. Vielleicht schon nächste woche bei der rud du sud in südfrankreich. C Ya, rucki